Von Hühnerfüßen und Angelsport

Gestern- Samstag- war ein schöner Tag. Vormittags die Arbeit erledigt (Hausaufgaben!), am Nachmittag mit den Kiddis allein unterwegs, hier in der Gegend in einem Supermarkt. An die eingeschweißten Hühnerfüße hab ich mich noch nicht herangetraut, dafür an getrockneten Kuhdarm, wenn ich Anita richtig verstanden habe. Drogarieartikel gibt es hier solche die man auch in DE bekommt, nur eben mit chinesischer Aufschrift. Noch schnell die Kois im See gefüttert und wieder Heim, Klavier bzw Cello üben. Sarah ist stur wenn es darum geht, faul trifft es noch besser. Sie war also das erste Mal sauer mit mir als ich bemerkt habe dass sie das Stück, das sie angeblich üben soll, ein längst nicht mehr aktuelles ist. Heute- Sonntag- war Familientag. Morgens Frühstück in einem Restaurant mit Oma, Onkel und Cousine (welche genaue Verwandtschaftsgrade zwischen den Personen besteht, Angela selbst nicht). Ich muss gestehen: Hühnerfüße sind genauso schrecklich zu essen, wie sie unappetitlich aussehen. Knochen und Haut und kein Eigengeschmack. Aber es kann jetzt immerhin niemand mehr behaupten, ich hätte nicht probiert. Da die Autobahn Richtung Strand wie jeden Sonntag verstopft war, sind wir nach einer einstündigen Irrfahrt durch die Innenstadt dann schließlich doch umgekehrt und haben entschlossen statt dessen Shrimps angeln zu gehen. Dazu geht man in eine Halle mit einer Art Swimmingpool in der Mitte. An dessen Rand setzt man sich, bekommt gegen eine stündliche Bezahlung eine Angel und Leber-Köder und angelt aus dem undurchsichtigen Wasser heraus Krabben die man später mit nach Hause nehmen darf. Nach einer kurzen Einführungspase hat es sogar fast Spaß gemacht- ja, das sage ich, ich alter Vegetarier! Als die Shrimps dann allerdings Abends vor mir gekocht auf dem Tisch standen, konnte ich mich dann irgendwie nicht überwinden davon zu essen... Morgen geht die neue Woche los. Angela hat mir versprochen morgen mit mir zur Polizei zu gehen- registrieren. Bis dahin! Zei Jian!

4.8.13 16:04, kommentieren

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Von Krebsen und kleinen Regenschauern

Heute, der erste Tag in Shenzhen, begann mit gebratenem Reis, Ei und den Bohnen vom Vorabend. Anita war am Vormittag in ihrer Latino-Tanzstunde, deshalb war ich mit Sarah und meiner Gastmutter Angela allein im Arbeitszimmer. Angela arbeitet von zu Hause aus. Ich habe mich schrecklich überfordert gefühlt und war froh, nicht mit der kleinen allein zu sein. Wir haben gemalt- heißt, ein Buch mit Malanweisungen und dann brav jeden Strich von Handtasche, Blumenvase und Kleid nachgezeichnet. Erst ich, dann sie. Danach Legos. Da wirkte sie schon ein wenig mehr wie ein kreatives, frei denkendes Kind. Mittagessen. Die Reste vom Vorabend: Reis, Bohnen, Gurke, Ente und eine Mischung von Reis und Gemüse. Gott sein Dank- Mittagsruhe, und das 2 Stunden lang! Ich dachte am Morgen schon, ich schlafe gleich über dem Lego-Futtersilo-Containerschiff ein. Danach hab ich mich besser gefühlt. Am Nachmittag waren es iPad-Spiele und -Fotos und später Hausaufgaben. Hat mir gut gefallen und ging schnell rum. Zum Abendessen waren wir bei Angelas Bruder, seiner Frau, Sohn Herry und ihrer Mutter geladen. Wie in unserem Haushalt wohnt Angelas Mutter im Haushalt ihres Sohnes, so wie Oceans (mein Gastvater) Mutter bei uns. Es gab Krebse (natürlich komplett, nur einmal in der Mitte durchgeschnitten), Shrimps (natürlich komplett mit Panzer), Taube (auch ganz, mit Kopf usw.) und einige kleine unwichtige Dinge wie Reis, Kartoffeln, kleine Muscheln, große Muscheln, das Grünzeug der Süßkartoffel, Fischsuppe, klein gekochtes Huhn und den Rest habe ich vergessen. Ich habe ales tapfer probiert- hat super geschmeckt. Ist nur ein wenig ungewöhnlich, dass sich am Ende mehr Knochen und Schale vor dir häuft als dass du Fleisch gegessen hast. Auf dem Heimweg hat es dann richtig geregnet. Nicht dass es den Tag über trocken gewesen wäre, aber jetzt regnete es so stark, dass man trotz maximaler Stufe der Scheibenwischer nichts mehr gesehen. Angekommen sind wir trotzdem. Vielleicht weil wegen des Dauer-Staus eine überhöhte, und damit eventuell gefährliche Geschwindigkeit nicht möglich gewesen ist. Also dann: Schuhe aus und Treppe hoch zum Eingang geschwommen. Auch übrigens: Sarahs Lieblingswort scheint: "Oh my god!" zu sein. Es ist auch das einzige, dass sie neben "I want to play" bisher hat verlauten lassen- zumindest in einer mit bekannten Sprache. Schlecht ist nur, dass mein Sprachkurs erst am 26. August anfängt. Ich werde bis dahin also stiller Teilhaber der meisten Unterhaltungen sein müssen. Bis dahin! Wan'an!

2.8.13 17:18, kommentieren